Startseite > Arbeit, Dienstreise, Firmen, Internet, Medien, Nepi, Politik, Print, Sachsen, Website, Welt > Die „Kunst der Aufklärung“ in China

Die „Kunst der Aufklärung“ in China

1. April 2011

Die politisch-brisante Ausstellung „Die Kunst der Aufklärung“ ist in der chinesischen Hauptstadt eröffnet worden. Ein Großteil der 500 Werke stammt von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Unter den rund 1000 Gästen war auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).„Ich bin stolz, mit dem Thema Aufklärung das neue Museum eröffnen zu dürfen“, lobte Liu Dandong, Mitglied im KP-Zentralkomitee und ranghöchste Politikerin während der Eröffnungsfeier im frisch sanierten Nationalmuseum. Außenminister Guido Westerwald (FDP) wurde eindeutig: „Die Freiheit der Kunst ist immer auch ein Gradmesser für die wahre Menschlichkeit einer Gesellschaft. Denn Kunst ist Teil unseres Menschseins. Kunst im Dienst der Macht ist Propaganda.“

SKD-Generaldirektor Martin Roth war sichtlich bemüht, den politischen Druck aus der Eröffnung zu nehmen: „Wir machen hier weder Propaganda, noch Anti-Propaganda.“ Man solle die Werke auf sich wirken lassen, ihre Geschichte kennenlernen und die Zeit, die in Europa für Wandel sorgte: „Wir stellen hier das Modell der Aufklärung zur Diskussion und sind sehr gespannt auf die Reaktionen.“

Gleich beim Betreten der großzügigen Ausstellungsfläche fällt der Blick auf Dresden: „Dresden – mit katholischer Hofkirche“  (1748) begrüßt die Besucher. Gegenüber hängt ein Portrait von Kurfürst August III. Überhaupt fallen die Werke aus Sachsens Kunstkammern auf: Gemälde, Kleidung, Skulpturen, Münzen und vieles mehr. Etwa Experimentier-Maschinen, wie der Funkenflug aus dem mathematisch-physikalischen Kabinett in Dresden. Das Gerät musste Minister Westerwelle austesten. Orakelte beim Bedienen der Kurbel: „Wenn mich dabei nicht der Schlag trifft!“

SKD-Kuratorin Cordula Bischoff: „Wir zeigen die ganze Phase der Aufklärung. Vom höfischen Leben im Barock bis hin zur Gegenwart ist alles dabei.“ Fast alles! Denn ein geplanter „Erwachsenenbereich“ mit freizügigen Kupferstichen, musste gestrichen werden. Er ist nur im Katalog zu finden. „Aber solche Probleme gibt es auch in den USA oder Bayern.“

Veronika Tillich schaute sich die Ausstellung in Ruhe an, lief nicht in dem riesigen VIP-Block ihres Mannes mit. „Ich hätte in dem Gedränge sonst nichts erkannt.“ Die Exposition habe sie sehr beeindruckt. Einmal reinzugehen reicht da gar nicht aus.“ Gatte Stanislaw Tillich: „Ich bin überwältigt von der Qualität der Ausstellung. Ich bin gespannt ob die Aufklärung auch hier Einzug hält.“ Nur eines bedauerte er: „Leider gehen die meisten Besucher am letzten Bild vorbei, weil es zu klein ist.“ Aber eigentlich das wichtigste Werk: Es ist ein winziger Kupferstich von Voltaire, der die gesamte Aufklärung zusammenfasst: „Ich bringe das Licht!“

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements