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OLT: Hufe hoch!

28. Januar 2013

OLT DresdenWar es wirklich verwunderlich, dass OLT heute den Flugbetrieb einstellen musste? Nein. Das schleichende Aus der Airline aus Bremen war seit Wochen absehbar. Als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet! Die Airline hat sich schlichtweg übernommen und für jeden war das sichtbar und auch vorhersehbar. Offenbar nur nicht für die Airline selber.

Vor ziemlich genau einem Jahr ging die Cirrus Pleite. Damit krachte, für uns Dresdner relevant, die Hamburg- und die Zürich-Verbindung zusammen. Relativ schnell war klar, das Zürich wieder in den Flugplan kommt. Doch Hamburg zog sich. Erst im April nahm nach langer Suche die OLT die Strecke wieder auf. Flog damit von Dresden nach Hamburg und Zürich. Die beiden Verbindungen galten schon bei Cirrus als die „Sahnestücke“. Und so war auch die DRS-HAM-Strecke innerhalb kürzester Zeit wieder gut gebucht. Mag die OLT mit Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gelegentlich zu Wünschen übrig gelassen haben, sie flog zumindest regelmäßig.

Im Herbst kam aber der absehbare Anfang vom Ende: OLT baute massiv seine Strecken aus.  Bundesweit nahm man viele Flughäfen neu ins Programm. Von Dresden ging es nun auf einmal – laut Plan – auch nach London, Wien und Budapest. Flugexperten wunderten sich schon damals: Warum nimmt die Airline im Winter solche Ziele ins Programm? Wer soll da Urlaub buchen oder eine Städtereise? Üblich wäre es, wie es jetzt Vueling zeigt, im Frühjahr, Sommer an den Start zu gehen.

Und so kam es, wie es kommen musste: Erst wurde Budapest – direkt nach dem Start – aus dem Flugplan gestrichen. Nach wenigen Flüge folgte London. Dann Wien – wobei ich gar nicht weiß, ob die jemals geflogen sind. Jedenfalls hieß es dann von OLT, man würde erst einmal nur um Weihnachten fliegen wollen, vielleicht noch in den Winterferien. Aber gaaanz sicher ab Sommer. Nun ja. Das Budapest und London tot waren, war klar. London wurde zum Glück flott von CityJet ersetzt. Noch vor einer Woche war der Flughafen aber optimistisch, dass Wien bald aufgenommen werden kann – die OLT sei „in Verhandlungen mit Reiseanbietern“.

Doch die Airline hatte sich komplett übernommen. Zu viele Maschinen, zu hohe Personalkosten – ein Streckenangebot, was im Winter keiner wollte. Die Tage waren gezählt. Schon seit Jahresbeginn wurde gemunkelt: „Die heben bald die Hufe.“ Als in der Nacht die Meldung kam, „alle Maschinen bleiben am Boden“, kam dies nicht mehr überraschend.

Fraglich, wann Dresden nun seine „Sahnestücke“ wieder fliegen darf – vor allem, welche Airline es diesmal versuchen wird… Bis dahin heißt es nach Hamburg: „München, Frankfurt, Düsseldorf – einmal umsteigen, bitte!“

Übrigens: Wer bei der Airline seinen Flug gebucht hat, hat nun schlechte Karten! Denn ein Anspruch auf Erstattung des Reisepreises ist eher aussichtslos. Das Geld würde es nur geben, wenn es die OLT-Insolvenzmasse hergeben würde.

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