Startseite > Medien, Nepi, Politik, Privat, Sachsen > Homophobe „FDP-Frau“ bedroht Bundestagsabgeordneten

Homophobe „FDP-Frau“ bedroht Bundestagsabgeordneten

5. April 2012

In was für einem Land leben wir eigentlich inzwischen?! Mit „Land“ meine ich jetzt nicht Deutschland, sondern dieses Bundesland Sachsen, welches sich stolz Freistaat nennt. Inzwischen hetzt hier sogar eine FDP-Abgeordnete eines Provinz-Stadtrates (Bad Lausick) gegen Schwule und bedroht einen prominienten grünen Bundestagsabgeordneten. Wie weit geht dieser Hass eigentlich noch? Soll das wirklich FDP-Mehrheitsmeinung sein? Mir ist übel, in diesem „heterosexuellen, erzkonservativen Freistaat Sachsen“, in dem Frau Drechsler lebt…. (Update!)

Darf gar nicht für die FDP sprechen: Cordula Drechsler aus Mittelsachsen.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat sich sofort „in aller Form“ von den Außerungen Cordula Drechslers distanziert. Im Auftrag von FDP-Chef Rösler schreibt er: „lch bin über die Art der verbalen, unmenschlichen und zutiefst unliberalen Entgleisungen entsetzt. Dies wird von meiner Partei unter keinen Umständen toleriert.“ Sachsens FDP-General Torsten Herbst: „Frau Drechsler ist seit 2010 nicht mehr Mitglied unserer Partei, ihr einziger Fraktionskollege bereits seit über acht Jahren nicht mehr. Beide Personen maßen sich widerrechtlich und gegen den ausdrücklichen Willen der Partei an, als FDP-Fraktion aufzutreten. Es ist offensichtlich, dass die hasserfüllten Äußerungen von Frau Drechsler weder inhaltlich noch vom Niveau her etwas mit der FDP zu tun haben.“ Döring teil weiter mit: „lnwieweit Frau Drechsler als FDP-Fraktion irn Stadtrat von Bad Lausick auftreten darf, wird derzeit vom Präsidenten des Bundesschiedsgerichts geklärt.“

Hier die besagte Mail:

Advertisements
  1. 10. April 2012 um 08:08

    Der eigentliche Skandal ist aber, dass sich die LVZ nicht *vorher* kundig gemacht hat, ob diese homophobe Stadträtin überhaupt in der FDP ist. Bereits vor dem Erscheinen des Artikels gab es augenscheinlich eine Stellungnahme der FDP-Zentrale. Das Magazin queer.de hat das Fax der FDP-Zentrale dokumentiert und ich habe darüber gerade einen Artikel geschrieben.

    • 10. April 2012 um 23:01

      Na ja, dass ist nicht ganz richtig. Die LVZ/DNN hatten es am Donnerstag im Blatt. Zu jenem Zeitpunkt war es auch für die FDP noch in Ordnung, dass die Dame für die FDP firmierte. Am Donnerstag selbst kam dann erst die Erklärung von Kai Döring und mittags die von Torsten Herbst. Also kann man den Kollegen eigentlich nichts vorwerfen…

  2. 11. April 2012 um 05:47

    Ich habe doch extra in meinem Blogartikel die Stellungnahme der FDP-Zentrale verlinkt, so wie sie dem Portal queer.de vorliegt. Das Portal engagiert sich gegen Homophobie und hat *beide Seiten* berücksichtigt, was eigentlich die Pflicht der LVZ gewesen wäre.

    Die Stellungnahme der FDP-Zentrale wurde am 03.04.2012 verfasst und am 04.04.2012 gefaxt. Mithin hätte es für das Berliner Büro der LVZ/DNN noch die Möglichkeit gegeben, den Artikel umzuschreiben — wenn sie überhaupt bei der FDP nachgefragt hätten!

    Der Titel »Homophobe Bad Lausicker Stadträtin« wäre völlig in Ordnung gewesen. Die Aussage, dass sich »aus den Reihen der FDP heraus« jemand so blödsinnig verhält war zu jedem Zeitpunkt der Affäre falsch.

    • 12. April 2012 um 07:45

      Ja, ich meinte doch auch nur, dass das zeitlich in der Osterwoche etwas knapp gewesen sein kann. Ich muss die Kollegen ja nicht verteidigen. 🙂 Aber wenn die Bundeszentrale was „verfaxt“ kommt das noch lange nicht in den Redaktionen von Lokalzeitungen in Sachsen raus. Die Kollegen haben bei der Landes-FDP nachgefragt und da kam eben bis Donnerstag Mittag nix. Ich würde bei einem Thema, was von Sachsen ausgeht, auch nicht in Berlin anfragen… Doof gelaufen. Geb ich dir recht…

  1. No trackbacks yet.
Kommentare sind geschlossen.