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Putins Führerschein

5. Oktober 2011

„Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!“ Der alte Spruch könnte heute noch für Politiker gelten, die ihre Popularität steigern wollen: Selbst die – auch hier im Land – unpopulären Polit-Zwillinge und gebürtigen Leningrader Wladimir Putin (noch Ministerpräsident) und Dmitri Medwedew (noch Präsident) verkaufen sich inzwischen wie warme Bliny. Nicht ihre Reden oder Ausrisse aus Zeitungen über den anstehenden Ämtertausch. Derzeit sind ihre Führerscheine in der Stadt der absolute Renner!

Neben dem berühmten Panzerkreuzer Auroa – der die Oktoberrevolution 1917 in Russland mit einem Kanonenschuss eröffnete und dem Kommunismus den Weg in die Zukunft mit einem Platzpatronenschuss freischoss – kann man die Fahrlizenzen des Polit-Tandems für 50 Rubel (1,15 Euro) kaufen. Kaum einer kann widerstehen und schlägt nicht zu! Echt sind die natürlich nicht – aber das ist ja die Aurora auch nicht. Der Original-Panzerkreuzer wurde im Zweiten Weltkrieg im finnischen Meerbusen von den Russen selbst versenkt. Das Wrack wurde zwar bereits 1944 wieder gehoben, soll aber nicht das sein, was jetzt an der Newa auf dem Grund festbetoniert liegt und täglich tausende Touristen anzieht.
Touristen stehen offenbar nicht so sehr auf Stalin. Der Diktator ist inzwischen ins Antiquariat verbannt worden  – im Straßenbild zumindest dominiert eindeutig Lenin. Zwischen alten Tellern und Vasen hat Stalin aber in den meisten Ramschläden seine neue Heimat gefunden – manchmal wird der Religionshasser selbst von Ikonen und Kreuzen umgeben. Leider auch alles nicht echt.
Absolut keine Kopien sind hingegen in der Eremitage zu bewundern. Am Nachmittag schaute sich dort auch MP Stanislaw Tillich um und bestaunte einen winzigen Teil der über 60 000 Kunstwerke aus aller Welt –  darunter viele Canaletto-Gemälde und Ölbilder mit Dresden Motiven! Warum? Die Eremitage beinhaltet die Sammlung des Grafen von Brühl – Minister unter August dem Starken und seinem Sohn. Die Sammlung musste er, völlig pleite und von den Preußen gedemütigt, 1775 zu einem Spottpreis von 80 000 an Zarin Katharina II. (die Große) verkaufen. So wanderten rund 1 000 Bilder und damit der Großteil der Sammlung von Dresden nach St. Petersburg. Heute hängen die Bilder im prachtvollen Winterpalast – der von Außen am Besten vom anderen Newa-Ufer aus bewundert werden sollte.

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