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Wie bieder ist Dresden?

1. Juli 2011

Morgen ist CSD in der Stadt. Wieder werden tausende für gleiche Rechte für alle Menschen auf die Straßen gehen. Jedes Jahr wird es mehr.  Und das ist auch gut so, wenn man diesen abgedroschenen Satz noch verwenden darf. Doch in Dresden ticken die Uhren etwas anders. Während es in Berlin, Köln oder Düsseldorf und Hamburg selbstverständlich ist, dass die Regenbogenflagge vor den Rathäusern weht, werden in der sächsischen Residenzstadt eigenwillige Argumente dagegen vorgeschoben.

Dass Dresden eben doch nicht die weltoffene Stadt ist, als die sie sich gern verkauft ist morgen wieder zusehen: Beim CSD in Dresden wird vor dem Rathaus nicht die Regenbogenflagge wehen. Andere Städte sind da um Lichtjahre weiter. In Berlin wehten vorige Woche sogar vor der SPD-Parteizentrale die Flaggen.

Seit einer Woche laufen diverse Veranstaltungen, die morgen mit einer bunten Parade in der Stadt ihren Abschluss und Höhepunkt finden werden. Doch die Stadt ignoriert dieses Ereignis mal wieder. Die CSD-Verantslater mussten am Montag selbst die Flagge in einer Einkaufsmeile hissen, da die Stadtverwaltung mit dem amtierenden FDP-Bürgermeister (!) Hilbert sich mal wieder weigerte, dies vor dem Rathaus zu tun. Das Argument diesmal: „Aufgrund der Bauarbeiten am Rathausvorplatz könne der Flaggenmast leider nicht genutzt werden.“

Wenigstens die SPD im Stadtrat protestiert – Richard Kaniewski (Stadtrat): „Mit Bedauern und Unverständnis nimmt die SPD-Fraktion zur Kenntnis, dass die Stadt sich nicht durchringen kann, symbolisch ein Zeichen für Toleranz und Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen in Dresden zu setzen und ihre Entscheidung hinter fadenscheinigen Begründungen versteckt.“

Was bleibt einem da in Dresden zu sagen? Hoffentlich kommen morgen viele, ob hetero, schul, lesbisch, bi oder was auch immer auf die Straße und zeigen dieser konservativ-ignoranten Verwaltung, dass wir Dresdner anders sind! (Ach ja, die Rechten Idioten haben angeblich wieder eine Gegendemo angekündigt – armes Sachsen!)

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  1. Frank
    3. Juli 2011 um 08:19

    Ich habe das Gefühl, dass Du hier etwas übers Ziel hinausschießt: Erstens haben die Veranstalter kein verbrieftes Anrecht, ihre Regenbogenflagge vor jedem Rathaus hissen zu dürfen. Und wenn als Begründung für eine Ablehnung dieses Wunsches gesagt wird: „Aufgrund der Bauarbeiten am Rathausvorplatz könne der Flaggenmast leider nicht genutzt werden.“, dann ist das möglicherweise sogar ein konkreter nachvollziehbarer Grund. Und nicht irrsinnig oder dämlich.

    Bevor ich so etwas schreiben würde, hätte ich mich zunächst informiert (also vor Ort nachgesehen), ob da wirklich eine Baustelle ist oder andere Bauarbeiten sind? Ich war nicht dort und weiß es nicht, aber ich habe ja auch keinen solchen Text verfasst.

    Werden die Dresdner Homosexuellen anders als durch diese verhinderte Flaggen-Hiss-Aktion (die sie ja woanders machen wollen) von der Stadt behindert? Nein. Nur vom Wetter.

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