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Kurz Luft anhalten… Ein Jahr nach dem fiesen Bruch!

9. Juni 2011

Genau jetzt, um 9.12 Uhr, ist es ein Jahr her. Mein Leben hat sich verändert. Klingt dramatisch,ist aber so. Jetzt vor genau einem Jahr hab ich die Treppe im Sportstudio nicht erwischt und mein rechtes Sprunggelenk für immer beschädigt. So in diesem Moment müsste der Notruf abgegangen sein und meine vier Monate Auszeit eingeläutet haben. Die Schmerzen sind dafür bis heute geblieben…Dussligkeit, Träumerei oder einfach nur Zufall? Jedenfalls war es ein einfaches Umknicken auf der Treppe und ein derbes Drauftreten auf den umgeknickten Fuß – ein Knall, ein Schmerz und es war vorbei. Im Krankenhaus Friedrichstadt ging man nach dem ersten Röntgen noch von einem Bänderriss aus.

Doch der Oberarzt war sich wegen der weißen Stellen nicht ganz sicher. Ein folgendes CT bewahrte mich vor einem schnöden Gipsbein. Denn der Talus, das Sprunggelenk, hatte sich zerlegt. Zweimal gebrochen, unter dem Knöchel. Angeblich die mit blödeste Fraktur, die man sich zuziehen kann. Es folgte eine drei Stunden lange OP und zehn Tage Krankenhaus in der größten Hitze. Drei tolle Titanschrauben halten nun meinen Fuss zusammen – bleiben meine lebenslangen Freunde und befördern mich irgendwann mal auf den Sondermüll. Piepen tun sie im Flugzeug nicht. Aber ob sie und damit ich, wertvoll sind, hab ich noch nicht rausbekommen.

Dann kam mein Atronautenstiefel mit mir nach Hause. Und wurde, wie meine beiden Krücken, mein ständiger und heißgeliebter Begleiter für die kommenden vier Monate. Auftreten streng verboten. Schwitzen und Leiden: erlaubt! Gott, wie habe ich dieses Teil gehasst. Vor allem im Glutsommer!

Und heute? Jeden Morgen hab ich noch Probleme, das Gelenk am Knöchel in Bewegung zu bekommen. Es ist wie „eingerostet“, erst nach einer Stunde in etwa kann ich so laufen, dass ich nicht mehr humple. Meine Narbe spüre ich noch immer täglich in allen möglichen Situationen, besonders stark, wenn das Wetter umschlägt. Dann juckt und spannt es phantastisch. Bei stärkerer Belastung schmerzt der Fuss noch immer so massiv, dass ich wieder Humpeln muss. Joggen, Springen, Klettern – alles tabu. Noch wenigen Metern hämmert der Fuß regelrecht. Am Knöchel sticht es.

Aber, ich will nicht jammern. Ich kann laufen. Rein statistisch gehöre ich nach so einem Bruch zur Ausnahme damit. Und ich kann meist ohne Humpeln auftreten, was noch seltener ist. Ich kann mich hinhocken – was angeblich nur später 10 Prozent können. Und ich kann problemlos Treppensteigen. Aber ich habe spürbar unangenehme Schmerzen, der Fuß ist „behindert“, ich bekomme Probleme beim Fliegen und längeren Laufen.

Trotzdem, Glück im Unglück hatte ich genug. Nur, wenn es irgendwie eine Möglichkeit geben würde: Ich möchte gern ein Jahr zurückspringen und mich nötigen, nach dem Sport den Fahrstuhl zu nehmen! Und nicht wieder die Treppe…