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Echter Generationenfilm: „The Social Network“

7. Oktober 2010

„The Social Network“, auch genannt der Facebook-Film, ist gestern als Preview und heute „in echt“ in den Kinos angelaufen. Und ich muss sagen: Er hat das Zeug dazu Film einer ganzen Generation zu werden, so wie einst Wall-Street oder der Blaue Engel. Das Interessante ist: The Social Network ist so ganz anders, als es die vielen Kritiken der vergangenen Tage und Wochen vermuten ließen!

Ist Mark Zuckerberg, der Gründer und Vater von Facebook, ein Schwein, Ideenklauer und Soziopath? Ich sage nein! Im Gegenteil, der als „Arsch“ angekündigte Film-Zuckerberg kam mir eher vor wie eine soziale Null oder eher noch wie ein sozialer Autist. Ihm sind Menschen schlichtweg egal. Nicht aus Bosheit oder Feindschaft, sondern einfach, weil er keine Freunde hat und nicht mit Menschen umgehen kann. Das hat zum Teil kroteske Züge, amüsante, aber auch nachdenkliche. Vor allem seinem Freund Eduardo wollte er offensichtlich nicht bewusst schaden, wie im Film herausgearbeitet wird.

Die Olympia-Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss nun im Recht waren, das Facebook ihre Erfindung war, wird im Film nicht wirklich aufgeklärt. Im Gegenteil, die beiden – brilliant vom Armie Hammer in einer Doppelrolle gespielt – wirken eher wie schlechte Verlierer. Sie wollten Cash machen mit ihrer Version. Und Cash ist nun etwas, was Zuckerberg – sowohl im Film als auch im realen Leben – offensichtlich völlig egal ist. Der echte Mark Zuckerberg lebte bis vor kurzem in einer 1-Zimmerwohnung und nun in einem unsanierten Mietshaus. MIt Schlabberpulli und Badelatschen erfand er ein Milliarden-Imperium.

Zuckerberg hatte einen guten Satz: „Ihr hattet eine Idee, ich hatte eine bessere.“ Und so kommt es auch im Film rüber: Statt des geplanten elitären Uni-Netzwerkes für erlesene Verbindungshäuser, schuf Zuckerberg eine Kontakbörse. Erst für Harvard, dann für die Welt. Der Film geht zügig über die Leinwand. Geniale Dialoge reihen sich aneinander. Schnitte und Kameraeinstellungen lassen eher eine Reportage, als einen Spielfilm vermuten. Ein echt genialer Film einfach, den man gesehen haben muss!

Muss der echte Mark Zuckerberg nun Angst haben? Ich glaube nicht. Im Gegenteil: Der Film könnte junge Menschen dazu animieren, mehr zu wagen, Firmen zu gründen. Zuckerberg wird wegen des Films keinen einzigen Facebook-Nutzer verlieren. Im Gegenteil. „The Social Network“ ist eine phanstastische Geschichte über eine der wertvollsten Filmen der Welt, wenn auch wahrscheinlich nicht zu 100 Prozent detailgetreu. Dennoch wird der Film, da bin ich mir sicher, die Facebook-Generation prägen, so wie „Wall-Street“ der Film der Generation unserer Eltern war.

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  1. 11. Oktober 2010 um 16:01
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