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Ahmadinedschad überlebt Anschlag

4. August 2010

Irans nicht demokratisch gewählter Präsident, Mahmud Ahmadinedschad, hat einen Anschlag heute morgen offenbar unverletzt überlebt. Minuten nach der Bombenexplosion sprach er – wie angekündigt – im Rundfunk. Der „Schlächter von Theheran“ wird nun gewiss zu einem umfassenden Schlag gegen die Opposition ausholen.Natürlich ist Gewalt keine Lösung. Anschläge, Attentate, Morde – sie alle haben im politischen Bereich einen bitteren Beigeschmack. Oder gibt es einen „guten Anschlag“? Ist das versuchte Attentat auf Ahmadinedschad gut, weil der Mann undemokratisch ins Amt gekommen ist und sein Volk gnadenlos unterdrückt? Schwere Frage.

Doch es ist gerade eine Frage, in der wir Deutsche vorsichtig sein sollten, sie zu leicht zu nehmen. Das Hitler-Attentat war auch eine Verzweiflungstat. Weil demokratische politische Veränderungen nicht griffen. Wahlen, Demonstrationen und Versuche, Ahmadinedschad aus dem Amt zu holen, gab es im Iran. Mit eiserner Faust hat der Präsident alles unterdrückt, was ihm gefährlich werden konnte. Tausende kamen in die Kerker, wurden gefoltert oder hingerichtet. Dass es nun dem Widerstand offenbar nur noch möglich ist, durch ein Attentat eine Veränderung herbei zu führen, ist bedauerlich.

Der „Schlächter von Theheran“ hat überlebt. Welche Säuberungswellen jetzt im gesamten Iran beginnen werden, kann man sich ausmalen. Die „Feinde des Landes“ werden mit Sicherheit jetzt noch stärker verfolgt werden und die Opposition weiter in die Enge getrieben… Innerhalb von Stunden wird gewiss die Legende gestrickt werden, dass „der Satan USA und Israel gemeinsam mit verschwörerischen Mächten den Anschlag planten“… Wetten?

Wie gesagt, noch ist der Anschlag nicht bestätigt.

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  1. Uwe
    4. August 2010 um 12:18

    Wer sagt denn, dass es keine verschwörerischen externen Mächte gewesen sein könnten? Ich bin weit davon entfernt, diesen Typen als guten Landesvater darstellen zu wollen aber die einseitige und offensichtlich auf Halbwissen beruhende Berichterstattung Berichterstattung über den Iran lädt ja nicht gerade dazu ein, objektiv über die Verhältnisse im Iran urteilen zu können. Letztlich erfahren wir doch nur dass, womit wir unserer Vorurteile über den mit der Atombombe fuchtelnden Bösen Buben aus dem Zweistromland bestätigt bekommen. Früher saß da unten ein längst vergessener Saddam auf Massenvernichtungswaffen usw.
    Und die Geschichte lehrt uns, das jeweilige Feindbild ist immer im Unrecht.

  2. Harald Iranowitsch
    10. August 2010 um 19:01

    Mensch Nepi,

    was hast Du Dir bloss bei diesem Artikel gedacht? Wenn das der Mahmud liesst … Und der liesst gerne Blogs aus Deutschland.

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