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Dieser Papst ist eine Schande

14. Mai 2010

Mal wieder hat die überholte Sexual-Moral der katholischen Kirche zugeschlagen. In diesem Fall war es der deutsche Papst, der gestern während seines Portugalbesuches den Bogen mal wieder völlig überspannte. Anstatt einmal darüber nachzudenken, warum Priester in den eigenen Reihen sich immer wieder an Kindern vergreifen, nebenbei etwas mit der Haushälterin oder dem Gärtner haben und den Zölibat brechen, geißelt er mal wieder Schwule und Lesben als das Grundübel unserer Zeit.In einer Rede vor Mitarbeitern sozialer kirchlicher Einrichtungen lobte der der deutsche Joseph Ratzinger an Christi Himmelfahrt Aktionen gegen gleichgeschlechtliche Paare und Abtreibung: „Die [sozialen und pastoralen] Initiativen zum Schutz der wesentlichen Grundwerte des Lebens – von der Empfängnis bis zur Familie, die auf der unauflöslichen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gründet, sind eine Hilfe, um einigen äußerst heimtückischen und gefährlichen Herausforderungen für das Gemeinwohl in unserer heutigen Zeit zu begegnen.“ Dafür gab es lang anhaltenden Beifall.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Kirchliche Einrichtungen, vor allem evangelische, Politiker aller Parteien und auch immer mehr Menschen in Deutschland haben inzwischen ein recht unverkrampftes Verhältnis zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Und die grau-weiße Eminenz in Rom? Die lobt Aktionen gegen gleichgeschlechtiche Paare! Da können sich doch rassistische Schläger künftig vor Gericht gleich auf den Papst berufen, besser noch, sich einen Priester als Anwalt nehmen.

Im Ernst: Anstatt endlich mal die völlig überholte Sexualmoral zu entmotten, Gründe für die jüngst hochgespülten Vorfälle zu suchen und endlich Reformen auzusteuern, gibt sich der Papst mal wieder sterotypen Schuldzuweisungen hin. Es ist ja auch so schön einfach: Der kranke, schwule Mensch – Entschuldigung – im Sinne der Kirche natürlich Wesen, ist ohnehin auf dem Weg in die Hölle. Er lebt in Sünde. Da passt es doch, alle Probleme gleich bei ihm abzuladen…

Irgendwie vergisst der greise Kirchenfirst, der wohl nie in seinem Leben körperliche Zuneigung genießen durfte und wollte, dass sein Gott ja selbst alle Menschen nach seinem Vorbild geschaffen hat. Vielseitig, unterschiedlich, wundersam und einmalig. Aber das gilt wohl nur für Menschen, die der Kirche genehm sind. Und für Kirchenführer, die an einem sich selbst im Mittelalter auferlegtem Verbot (den Zölibat) festhalten und dieses – wohl aus Furcht vor Veränderung – göttlich erscheinen lassen wollen. Eigentlich ist dasdoch bigott und  krank, oder?

Völlig überraschend äußerte sich hingegen jetzt Laura Bush, Gattin des US-Präsidenten George W. Bush: „Wenn Paare füreinander einstehen und sich lieben, dann sollten sie meiner Meinung nach die gleichen Rechte erhalten, die alle anderen haben“, so die 63-jährige Texanerin am Mittwoch in der CNN-Talkshow von Larry King. Frau Bush zeigt, dass man, wenn man sich mit dem Thema einmal vorurteilsfrei beschäftigt, eigentlich nur zu einem Schluss kommen kann…