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Irre Kombination: Ausland, Päckchen und der Zoll

9. Mai 2012

Was treibt die Post mit meiner Badehose? Vier Wochen lang blieb die bestellte Ware bei DHL hängen, bevor sie endlich zum Zoll ging und mir dann endlich zugestellt wurde. Eilig darf man es also nicht haben, wenn man im Ausland bestellt. Denn deutsche Bürokraten-Mühlen mahlen noch langsamer als man denkt! Doch mal lieber von vorn…

Mein Lieblings-Versand “aussiebum” aus Australien hat leider Klamotten im Angebot, von denen man in Deutschland nur träumen kann. Und so lass ich mich einmal im Jahr hinreißen dort zu bestellen. Versandkostenfrei natürlich. Die Australier haben auch innerhalb von einem Tag alles verpackt und per DHL über den Teich geschickt. Laut DHL-Nachforschungs-App konnte ich sehen, dass das Paket am 5.4. in Deutschland eingetroffen ist. Gut, also noch den Zoll drauf schauen lassen, sollte also alles bis Mitte April bei mir sein. Pah! Nicht in Deutschland… Der Brief, dass mein Päckchen jetzt in Dresden ist, kam erst am 5. Mai – also einen stolzen Monat später! Was haben die mit meiner Badehose und den anderen Klamotten so lange gemacht? Probe getragen???

Das Paket selbst wurde beim Zoll nun in Dresden “zwischengelagert”, also nicht zugestellt. Erst wenn das Steuer-Geld vor Ort bezahlt wäre, würde ich die Ware erhalten, schrieb der Zoll. Jeden Tag den es da liegt, sind 50 Cent “Lagerungsgebühr” fällig. Also Montag gleich mal hingefahren, nicht dass es noch teurer wird. Auf dem Päckchen pappte gleich mal ein Aufkleber “Irrläufer” drauf. Laut Zollonkel hat die Post “Dresden” nicht gefunden – kein Wunder bei so einer kleinen und offenbar für DHL unbekannten Stadt. Es sollte schon zurück gesendet werden, bis sich dann doch jemand an die 520 000 Einwohner im Osten erinnerte.

Hammer Nummer 2: Der Spaß wurde richtig teuer! Denn blöderweise lag der Wert über 150 Euro! Ich dachte, eine große Bestellung ist besser als zwei kleine. Falsch! Denn ab 150 Euro werden Zoll-Gebühren neben der zu zahlenden Mehrwertsteuer fällig. Hossa, dass haute noch mal so richtig tief rein…

Spaßig ist allerdings so ein Besuch beim Zoll! Der befindet sich in Dresden in einer alten Russenkaserne nahe der Stauffenberger-Straße. Als “Besucher” muss man in die erste Etage hochsteigen. Dort, schön mit Furnier ausgestaltet, befinden sich die Schalter. Drei Herren stehen hinter dem Guck-Glas und fragen erst mal jeden: “Was ham’wa denn im Päckl drinne?” Wir??? Meins! Mmmh, ich weiß nicht, was ihn das interessiert, denn auf der Rechnung steht ja alles detailiert. Egal, er nimmt sich den Abholschein und verschwindet. Sekunden später schlurft er hinter mir lang und stapft die Treppe nach unten ins Lager. Fünf Minuten später steigt er mit Päckchen die Treppe wieder hoch und geht hinter den Schalter. Das machen die so den ganzen Tag: Treppe hoch, Treppe runter, Treppe hoch… Irre! Anstatt alles auf einer Etage abzuwickeln… Egal. Zumindest brauchte er auch nur 10 (!) Minuten, um die Zollerklärung auszufüllen, eine Rechnung zu erstellen, mich zu belehren (dass die Rechnung aufs und nicht ins Paket gehört: Aussiebum, bitte mitlesen!) und dann drei fette blaue “Zoll”-Stempel auf alles zu quetschen. Man, so einen Stress wegen ein paar Unterhosen und einer Badehose…. Aber: Der Sommer kann jetzt kommen. Fehlt nur noch die Standfigur. Kann man die eigentlich auch irgendwo bestellen???

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