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AusgeWulfft: Vuvuzelas versauen Abschied

8. März 2012

Ob das nun unbedingt sein musste? Christian Wulffs Großen Zapfenstreich in Berlin, die offizielle Verabschiedung, haben mehrere hundert Demonstranten lautstark mit Rufen, Pfiffen und Vuvuzelas gestört. Der letzte Moment als Bundespräsident war somit auch würdelos für Wulff, ganz wie der gequälte Abgang über Wochen.

Quelle: n-tv (TV)

Quelle: n-tv (TV)

Eigentlich kann man es schon nicht mehr hören und will es am liebsten vergessen: Christian Wulff war Bundespräsident. Nun ist er weg. Der stärkste Präsident war er nie. Erfolgreich erst recht nicht. Ein Satz bleibt jedoch in Erinnerung: “Auch der Islam gehört zu Deutschland.” Damit hat er sich Respekt verschafft. Andere Präsidenten bleiben gerade einmal wegen ihres Hanges zu schlechter Musik (“Hoch auf dem gelben Wagen”, Scheel) in Erinnerung. Zumindest das hat er in seinen 20 Monaten geschafft. Doch das war es dann leider auch schon. In den letzten Wochen seiner Amtszeit agierte er noch unglücklicher als von Beginn an. Sein getriebener Rückzug aus dem Amt war der unrühmliche Höhepunkt – zu jener Zeit. Dann kam die Hausdurchsuchung, neue Details… Auch – wahrscheinlich gerade – diese Ereignisse werden hängen bleiben.

Warum er auf den Zapfenstreich so stur bestanden hat, ist nicht klar. Passend war er nicht! Offenbar hat er bis zum Schluss nicht verstanden, dass die Stimmung gegen ihn ist. Dutzende Persönlichkeiten blieben dem Abschied fern – ein einmaliger Faupax. Doch Wulff wollte wie jeder andere Präsident verabschiedet werden, ein Recht, was ihm zustand. Dass es Proteste geben musste, war jedoch absehbar. Und so hat er sich ein letztes Mal in aller Öffentlichkeit als uneinsichtig präsentiert. Doch das ist nun Geschichte: Denn der Mann verschwindet jetzt in der Versenkung.

Ist es wirklich ein Drama, wenn er jetzt eine Abfindung bekommt? Klar, über die Höhe kann und muss man streiten. Aber der Mann ist “unten durch”. Keine Firma, kein Vorstand wird ihn sich holen wollen… Und von irgendwas muss er leben. Und der Staat muss für ihn sorgen, keine Frage: Denn immerhin war er einmal sein höchster Repräsentant. Ob erfolgreich oder unbeliebt, diese Frage stellt sich in diesem Fall nicht.

Und nun: Den Namen will ich nicht mehr hören und die ganze Amtszeit schnell verdrängen… Mal schauen, ob der Gauck nun wirklich das hält, was sich alle von ihm erhoffen.gauck

 

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