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Dresden: Das passiert am 13. Februar

11. Februar 2012

So, noch zwei Tage, dann jährt sich wieder der wichtigste Gedenktag der Stadt Dresden. In der Nacht vom 13. zum 14. Februar haben 1945 englische und amerikanische Kampfflieger die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Der von den Nazis in die Welt getragene Krieg kam zurück ins Reich, traf unschuldige Zivilisten, Flüchtlinge, aber auch Militärs und Nazis (von denen es in DD mehr als genügend gab) –  der wichtige Bahnkontenpunkt für die Reichswehr wurde zerstört, aus den acht KZ-Außenlagern konnten Gefangene fiehen. Bis heute  ist dieses Ereignis in der Stadt traumatisch zu spüren. Seit einigen Jahren jedoch verklären (Neo-)Nazis dieses Ereignis und versuchen die Opferrolle herauszukehren. Und sich selbst als die einzigen zu gerieren, die an die Zerstörung erinnern. Genau das darf nicht passieren! Jeder Dresdner hat das Recht seiner Stadt und auch verstorbenen Angehörigen zu gedenken. Aber politisch diesen Tag für krude, perverse Ideologien zu missbrauchen, ist nicht akzeptabel!

Zwei Mal ist es bereits gelungen, die braunen Horden zu stoppen und nicht durch die Stadt laufen zu lassen. Wie es in anderen Städten (Leipzig) üblich ist. Dies ist in den vergangenen Jahren durch viele Menschen gelungen, die sich gemeinsam gegen Rechts stellten. Ob bei der Menschenkette der Oberbürgermeisterin, die die gesamte Innenstadt einschloss, oder bei vielen Protestkundgebungen in der Nähe der geplanten Nazi-Märsche. Zehntausende Menschen nahmen sich das Recht heraus, die Plätze und Straßen spontan zu besetzen und den Weg für Nazis zu versperren. Im deutlich überwiegenden Fall waren es friedliche Proteste. Polizisten wurden nicht angegriffen, im Gegenteil: Vor dem Hauptbahnhof wurden frierende Polizistinnen aus Hannover sogar mit Kaffee versorgt. Leider nutzen diesen Tag aber auch immer mehr Links-Extreme, um sich in Dresden auszutoben. Brennende Mülltonnen, Autos und Angriffe auf Polizisten gab es. Absolut zu verurteilen und abzulehnen! Diese Chaoten will ebenfalls kein Dresdner in seiner Stadt.

Ab 18 Uhr planen zwischen 1000 und 1500 Nazis einen “Trauermarsch” durch die Innenstadt auf dem “26-er-Ring”. Und wieder gibt es zum Glück Protest! In diesem Jahr gibt es erstmals ein breites Bürgerbündnis. Die Fraktionen in der Stadt, Kirchen, Vereine und Gewerkschaften planen endlich gemeinsame Aktionen. Zeit wird es! Leider werden die friedlichen Blockaden von einigen konservativen Politikern im Landtag noch immer verteufelt. Doch, so ist es aber, ohne diese friedlichen Blockaden und Platzbesetzungen, hätten die tausenden Nazis in den vergangenen Jahren nicht gestoppt werden können. Auch wenn die Staatsanwaltschaft noch immer gegen rund 500 Demonstranten wegen des “Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz” ermittelt, weil eben diese Leute friedlich blockiert haben, wird es gewiss auch am Montag wieder zu spontanen Blockaden kommen. Jeder muss selbst wissen, ob er dies vertreten kann.

In Dresden sind am 13. Februar diverse Aktionen geplant, an denen sich hoffentlich zahlreiche Menschen beteiligen werden. Die DVB werden mit verstärkten Buss- und Bahnverbindungen die hoffentlich zahlreichen Dresdner in die Innenstadt bringen. Die Aktionen für den 18. Februar – die trotz der momentanen Absage der Nazis  stattfinden – werde ich im Laufe der Woche nachreichen. Und natürlich am Montag die aktuellen Ereignisse (wie immer) hier darstellen…

ab 10 Uhr - Frauenkirche geöffnet 

15 Uhr - Gedenken an die Opfer des 13. Februar 1945 auf dem Heidefriedhof (Bustransfer zum Heidefriedhof und zurück: Abfahrt 14 Uhr Rathaus, Kreuzstraße; 13.45 Uhr Tolkewitz, Haltestelle Kretschmerstraße; 14.15 Uhr Albertplatz, DVB-Hochhaus, 14.15 Uhr Rathaus Cotta, Haltestelle Altcotta; 13.45 Uhr Pirnaer Landstraße, Haltestelle Altleuben) 

15 Uhr - Gedenkveranstaltung der Evangelischen Kirche und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Johannisfriedhof, Wehlener Straße 13, Gedenkrede: Prof. Werner Patzelt (TU Dresden), Lesung von Schülern der 88. Mittelschule 

17 Uhr - Auftakt für die Menschenkette am Rathaus mit der Rede des amtierenden Oberbürgermeisters Dirk Hilbert (FDP) 

18 Uhr - Die Menschenkette schließt sich um die Dresdner Innenstadt

18 Uhr - Angelusgebet mit Bischof Joachim Reinelt an den Stolpersteinen vor der Kathedrale, Schlossplatz 

18 Uhr - Abendandacht mit Zeitzeugen des 13. Februars, Frauenkirche 

18.15 Uhr - Gedenkgottesdienst in der Kathedrale mit Bischof Joachim Reinelt 

18.15 Uhr - Dresdner Gedenkweg, Neumarkt 

18.30 Uhr - Aktion “Zehntausend Kerzen für Dresden” auf dem Neumarkt 

19 Uhr - Andacht mit Pfarrer i. R. Nikolaus Krause in der Trinitatiskirchruine, Trinitatisplatz 

19.30 Uhr - Friedensgebet mit Pfarrerin Beate Damm in der Weinbergskirche Trachenberge 

20.30 Uhr - Ökumenischer Gottesdienst mit Pfarrer Friedrich Schorlemmer in der Kreuzkirche 

21.30 Uhr – Stilles Gedenken an der Gedenktafel des ehemaligen “Judenlagers Hellerberge”, Radeburger Straße 

21.45 Uhr - Geläut aller Glocken der Dresdner Kirchen 

ab 22 Uhr - Nacht der Stille an der Frauenkirche, Wachen und Beten für die Überwindung von Rassismus, Krieg und Gewalt in der Frauenkirche