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Vor 20 Jahren: Heute gab’s Geld!

1. Juli 2010

Was waren wir aufgeregt: Heute vor 20 Jahren wurden die Alu-Chips in echtes Geld eingetauscht! Die DDR-Mark war ab Mitternacht Geschichte  - endlich hatten wir die D-Mark. Doch über Nacht schlossen auch die Intershops – jene Läden in der DDR, in denen man nur mit Westgeld zahlen durfte und in die ich als Kind nie rein durfte. Da wir keine West-Verwandschaft und damit kein West-Geld hatten, sollte ich nicht traurig vor den bunten Waren rumstehen. Nun hätte ich Geld gehabt, aber nun waren die Läden weg. Ein zweites Manko am 1. Juli 1990: Die Alu-Chips blieben erhalten!

Denn nur die Geldscheine der einstigen DDR-Staatsbank wurden aus dem Verkehr gezogen. Die Münzen blieben noch einige Monate im Umlauf. Vorteil war, ich musste mein orange-farbenes Sparschwein nicht schlachten! Dafür hatte ich quasi über Nacht ein volles Sparbuch! Dümpelten normal nur rund 1000 DDR-Mark auf dem Konto rum, von denen ich mir einen Kassettenrecorder SKR 700 kaufen wollte, waren es nun auf einmal 4000 DM! Nicht, weil ich wie ein Wilder über Nacht gespart hätte, nein, meine Eltern, die auch nur 6000 Mark 1:1 tauschen durften, füllten die Sparbücher meiner Schwester und von mir mit ihrem Geld auf. Leider hoben sie es aber auch wenige Tage später wieder ab.

Nun, jedenfalls trat um Mitternacht der Vertrag über die “Währung-, Wirtschafts- und Sozialunion” in Kraft. Später brach an den Folgen die Ost-Wirtschaft fast zusammen. Aber das interessierte mich damals nicht die Bohne! Am Vormittag, es war immerhin ein Sonntag! – eröffnete in Hoyerswerda die erste Filiale der Deutschen Bank. Dort hatte auch der Schalter geöffnet und ich bekam meine ersten 20 Mark ausgezahlt. Es war ein grüner Schein mit Elsbeth Tucher drauf.

Das Irre an diesem Sonntag war, erstmals hatten die Läden auch sonntags geöffnet. Im Centrum Warenhaus war ich schon Wochen vorher nicht mehr gewesen – denn es gab kaum noch was vernünftiges. Es wurde in der letzten Juni-Woche dann ganz geschlossen: Umbau! Denn an diesem Sonntag sollte es neu eröffnen, mit neuem Sortiment, neuen Preisen und alles wie im Westen.

So war es dann auch! Das olle Warenhaus, mit neuen Regalen, hellen Lampen, Spiegeln und den ganzen bunten Waren! Mein Kassettenrecorder war verschwunden, auch die DDR-Fernseher von RFT (wie Colodron) waren weg – dafür gab es jetzt Loewe und Co. Ich war völlig platt und wusste gar nicht, was ich mir da mit meinen 14 Jahren kaufen sollte. Also bin ich lieber wieder nach Hause gegangen. Vor unserem Hochhaus kam ich noch an der Kaufhalle vorbei: Auch sie hatte auf. Nix sah mehr als wie Tage vorher. Es gab alle: Südfrüchte, Waschmittel in allen Variationen und Zeitschriften ohne Ende.

Wahnsinn. Ich hab mir ‘ne Bravo gekauft. Mehr nicht. Bananen, Pfirsiche und Melonen schleppten meine Eltern an. Die ich im Laden nun sogar offiziell kennen durfte! Denn zuvor, wenn es zu Zonen-Zeiten mal Bananen in der Kaufhalle gab, standen mein Vater, meine Schwester und ich getrennt in der Warteschlange – und durften uns nicht kennen. So hatten wir aber die Chance auch drei Kilo zu kaufen und eine Woche die Dinger futtern zu können, die es sooo selten zu kaufen gab.

Doch das war nun alles Geschichte. Die erhoffte D-Mark war da. Nun ist das schon wieder 20 Jahre her. Wahnsinn, inzwischen gibt es die nächste Währung. Wann kam die eigentlich? Vor sechs oder sieben Jahren? Egal, das Datum 1. Juli 1990 wird hingegen immer haften bleiben…

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